Knapp zwei Tage, jede Menge Training, schmerzende Gliedmaßen und eine Süßigkeiten-Expedition der besonderen Art. Was sich im Schützenhaus Schmalfeld abspielte, war definitiv kein gewöhnlicher Kurzurlaub!

Von wegen Ferienlager!
Montag, 14 Uhr. Während andere Jugendliche ihre Freizeit vielleicht gemütlich auf dem Sofa verbringen, bezog unsere Schützenjugend ihr Trainingslager im Schützenhaus Schmalfeld.
Bis Mittwochmittag sollte fleißig trainiert werden. Und wer einen Blick auf den Trainingsplan warf, erkannte schnell: Hier hatte offenbar niemand vor, die Zeit mit ausgedehnten Erholungspausen zu verschwenden.
Schießtraining, Theorie, wieder Schießtraining und zur Abwechslung noch ein bisschen Schießtraining. Selbst um 21 Uhr standen unsere Nachwuchsschützen noch auf dem Stand.
Schließlich kommt sportlicher Erfolg nicht von allein!

Wenn der Körper plötzlich eine eigene Meinung hat
Besonders das Dauerschießen stellte unsere Jugendlichen vor ungeahnte Herausforderungen.
Was zunächst noch mit jugendlichem Elan begann, entwickelte sich im Laufe der Trainingseinheiten zu einer regelrechten medizinischen Bestandsaufnahme.
„Mein Arm tut weh!“
„Meine Knie!“
„Meine Füße!“
Und irgendwann fehlte eigentlich nur noch die Frage, ob man fürs nächste Training vorsorglich einen Rollator bestellen sollte.
Die Trainer nahmen das zunehmende Wehklagen mit bemerkenswerter Gelassenheit zur Kenntnis. Schließlich gehört Durchhaltevermögen zum Sportschießen dazu.
Und wer noch lautstark über seine Schmerzen berichten kann, verfügt offensichtlich über gewisse Kraftreserven.


Dass diese Reserven tatsächlich vorhanden waren, sollte sich allerdings noch auf höchst erstaunliche Weise zeigen.
Operation Süßigkeiten – vier Kilometer für den Zuckernachschub
Während die meisten Menschen um fünf Uhr morgens noch friedlich schlafen, hatten drei unserer Nachwuchssportler einen geradezu heldenhaften Entschluss gefasst.
Sie wollten einkaufen gehen.
Zu Fuß.
Knapp vier Kilometer weit.
Abmarsch um fünf Uhr morgens, Ankunft zur Ladenöffnung um sieben Uhr und Rückkehr gegen neun Uhr.
Nun könnte man vermuten, die drei wollten ihre Kameraden mit frischen Brötchen überraschen oder einen wichtigen Beitrag zur gemeinschaftlichen Frühstücksversorgung leisten.
Weit gefehlt!
Es ging um Süßigkeiten.
Einfach nur Süßigkeiten!
Man muss sich das einmal vorstellen: Beim Dauerschießen schmerzen Knie, Arme und Füße, aber für ein paar Leckereien werden plötzlich ungeahnte Energiereserven mobilisiert.
Fast acht Kilometer Fußmarsch für den Zuckernachschub!
Die Trainer dürften daraus eine wichtige Erkenntnis gewonnen haben: Motivation ist offenbar keine Frage der körperlichen Verfassung, sondern des richtigen Trainingsziels.
Vielleicht sollte man beim nächsten Dauerschießen einfach eine Tüte Gummibärchen hinter die Zielscheibe hängen.

Das Schlafquartier – hier herrschte kreative Freiheit
Natürlich musste unsere Jugend während des Trainingslagers auch irgendwo schlafen.
Dafür wurde der Jugendraum kurzerhand in eine Gemeinschaftsunterkunft verwandelt.
Und was sollen wir sagen?
Wer hier militärische Ordnung, akkurat ausgerichtete Schlafsäcke oder ordentlich aufgereihte Schuhe erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht.
Luftmatratzen, Schlafsäcke, Sporttaschen, Koffer, Kleidung und Schuhe bildeten eine Landschaft, die vermutlich selbst erfahrene Archäologen vor Herausforderungen gestellt hätte.
Ein ausgeklügeltes Ordnungssystem war durchaus denkbar. Es erschloss sich nur nicht jedem Betrachter.
Besonders bemerkenswert war der Gegensatz zum Schießstand: Dort wurde um jeden Millimeter gekämpft, während im Schlafquartier die persönlichen Gegenstände offenbar nach dem Zufallsprinzip verteilt wurden.
Kurz gesagt: Auf der Schießscheibe möglichst kleine Streukreise – im Jugendraum möglichst große!



Treffsicherheit auf dem Schießstand – kreative Streuung im Schlafquartier!
Pizzaabend – wenn zwei Könige eigene Wege gehen
Am zweiten Abend sollte es dann gemütlich werden.
Die gesamte Truppe machte sich auf den Weg zum Pizzaautomaten, um sich mit einem wohlverdienten Abendessen zu versorgen.
Der Plan war denkbar einfach: Pizza holen, anschließend gemeinsam zu einem nahe gelegenen Unterstand gehen und dort in geselliger Runde essen.
Eigentlich eine überschaubare organisatorische Herausforderung.
Allerdings hatte niemand mit dem Hochadel gerechnet.
Denn ausgerechnet Michel, unser Vereinsjugendkönig, und Gleb, seines Zeichens Kreisjugendkönig, hatten offenbar andere Vorstellungen von einem standesgemäßen Abendessen.
Während sich das gewöhnliche Schützenvolk wie vereinbart zum gemeinsamen Pizzaessen am Unterstand versammeln sollte, beschlossen die beiden gekrönten Häupter kurzerhand, den Rückzug in die heimischen Gemächer anzutreten.
Sprich: zurück in die Halle.
Dort wurde die königliche Pizza dann in aller Ruhe verspeist.
Ob die Temperaturen draußen nicht den gehobenen Ansprüchen entsprachen, der Unterstand als königlicher Speisesaal ungeeignet erschien oder die beiden schlicht ihre Privataudienz bevorzugten, ist bis heute nicht geklärt.
Fest steht jedenfalls: Adel verpflichtet – offenbar aber nicht unbedingt zur Teilnahme am gemeinsamen Abendessen!
Und während beim Dauerschießen noch Knie, Arme und Füße schmerzten, funktionierte der königliche Rückzug mit einer warmen Pizza plötzlich ganz ausgezeichnet.
Eine wichtige Erkenntnis für die Zukunft bleibt:
Auch bei der Schützenkameradschaft Schmalfeld geht der Hochadel gelegentlich seine eigenen Wege. Zumindest, wenn es Pizza gibt!

Es war einmal … und plötzlich war Ruhe!
Nach so viel sportlichem Einsatz und kulinarischen Abenteuern durfte natürlich auch die kulturelle Bildung nicht zu kurz kommen.
Am zweiten Abend übernahm Beke deshalb eine ganz besondere Aufgabe.
Mit viel Liebe las sie den Jugendlichen eine Gutenachtgeschichte vor.
Und offenbar verfügt unsere Jugendtrainerin nicht nur über sportliches Fachwissen, sondern auch über bemerkenswerte Fähigkeiten in Sachen Einschlafbegleitung.
Denn während Beke noch vorlas, hatten sich einige Zuhörer bereits erfolgreich ins Land der Träume verabschiedet.
Das Ende der Geschichte bekamen sie gar nicht mehr mit.
Ob es an Bekes wunderbar beruhigender Erzählstimme lag oder daran, dass nach zwei Tagen Training einfach sämtliche Akkus leer waren, konnte nicht abschließend geklärt werden.
Fest steht: Wenn Jugendliche freiwillig vor dem Ende einer Gutenachtgeschichte einschlafen, muss das Trainingslager wirklich anstrengend gewesen sein!
Ein Trainingslager, das in Erinnerung bleibt
Am Mittwoch gegen 12 Uhr war das kleine Trainingslager schließlich beendet.
Hinter unserer Schützenjugend lagen viele Stunden intensiven Trainings, neue Erfahrungen, jede Menge Gemeinschaft und vermutlich der eine oder andere Muskelkater.
Natürlich stand die sportliche Weiterentwicklung im Mittelpunkt. Konzentration, Technik, Ausdauer und Durchhaltevermögen wurden ordentlich gefordert.
Aber mindestens genauso wichtig waren die gemeinsamen Erlebnisse abseits des Schießstandes.
Denn genau solche Aktionen machen Vereinsleben aus. Zusammen trainieren, lachen, kleine Abenteuer erleben und Geschichten sammeln, über die man noch lange schmunzeln kann.
Ein herzliches Dankeschön gilt unserer Jugendtrainerin Beke, unserem Jugendleiter René und natürlich Andrea und Sassi, die dafür gesorgt haben, dass neben all dem Training auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam.
Danke für euren Einsatz, eure Zeit, eure Geduld und vermutlich auch für eure erstaunliche Fähigkeit, das gelegentliche Jammern unserer Nachwuchssportler mit bemerkenswerter Gelassenheit zu ertragen.
Denn eines ist sicher: Ein Trainingslager mit hungrigen Jugendlichen, schmerzenden Gliedmaßen und gelegentlichen königlichen Sonderwünschen verlangt auch den Betreuern einiges ab!
Unser Fazit:
Die Jugend hat fleißig trainiert, die Trainer haben starke Nerven bewiesen, Beke hat für süße Träume gesorgt, zwei Könige haben ihre ganz eigene Vorstellung von einem gemeinsamen Abendessen entwickelt und drei Frühaufsteher haben eindrucksvoll gezeigt, dass man für Süßigkeiten erstaunlich weit laufen kann.
Und eines steht jetzt schon fest:
Wer beim nächsten Trainingslager über schmerzende Beine klagt, wird vermutlich erst einmal gefragt, ob er noch zum Süßigkeitenladen laufen könnte!
Schützenkameradschaft Schmalfeld – hier wird nicht nur gezielt getroffen, sondern auch gemeinsam gelacht!

